Besprechungen
Texte zum Thema Heimat werden gern mit Phrasen wie ,Heimat hat wieder Konjunktur‘ begonnen. Unverkennbar ist auch in der unmittelbaren Gegenwart der inflationäre Gebrauch des Begriffs in politischen Wahlkampagnen, dem Produktmarketing und vielen anderen gesellschaftlichen
Bereichen. Dank Anja Oesterhelts fulminanter Studie zur Geschichte und Transformation der Rede von Heimat lassen sich vorschnelle Diagnosen eines neuen Heimattrends allerdings schnell relativieren, denn in ,,jedem Jahrzehnt seit 1970 wird überrascht bemerkt, dass es gegenwärtig eine
Konjunktur von Heimat gebe“ (S. 566). Oesterhelts Arbeit räumt nicht nur mit der etablierten Annahme eines Heimat-Tabus im öffentlichen Diskurs nach 1945 auf (vgl. S. 567), sondern eröffnet reflektierte und historisch fundierte Perspektiven auf Instrumentalisierungen
des Heimatbegriffs in der Gegenwart, die, wie sie überzeugend zeigt, nicht ohne eine Betrachtung der Entwicklung der Heimatsemantik seit dem späten 18. Jahrhundert zu verstehen sind, der sich die Studie mit großem Gewinn annimmt.
Document Type: Research Article
Publication date: January 1, 2023
- Die «Zeitschrift für Germanistik» versteht sich als breites Forum der internationalen Germanistik. Sie diskutiert u.a. Probleme der deutschen Literatur, geht neuen Theorieansätzen nach und verfolgt die Wechselbeziehungen zwischen Sprach- und Literaturwissenschaft.
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