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Demokratiegeschichte als Problemgeschichte und Gegenwartsanalyse. Das Werk Pierre Rosanvallons

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In der deutschsprachigen Debatte um die gegenwärtige ,,Krise der Demokratie“ ist der französische Historiker und Theoretiker der modernen Demokratie Pierre Rosanvallon noch wenig präsent. Seine neuesten Werke sind gerade übersetzt worden und die seit gut einem Jahrzehnt zu beobachtende Rezeption in den angelsächsischen Ländern hat sicherlich dazu beigetragen, die Gedankenwelt eines der originellsten Theoretiker und Denker moderner Demokratie auch hierzulande bekannter zu machen. Neben der immer höher werdenden Sprachbarriere (das Französische ist nur noch einer schwindenden Minderheit von Politikwissenschaftlern und Historikern geläufig) hat sicherlich auch die ungewöhnliche fachliche Positionierung Rosanvallons als Historiker und politischer Philosoph zu seiner relativen Unbekanntheit beigetragen. Seit 2002 lehrt er als Professor für die moderne Geschichte und Theorie des Politischen am Collège de France und verbindet damit ein genuin historisches Forschungsvorhaben mit einem dezidiert gegenwartsorientierten Theorieprogramm. Damit steht er aber auch in einer längeren Pariser Tradition disziplinsprengender intellektueller Projekte, die ihre institutionelle Verankerung und vor allem ihre akademische Freiheit und Unabhängigkeit im prestigeträchtigen Collège de France gefunden haben: Man denke nur an Michel Foucault oder Pierre Bourdieu, zwei Vorgänger, mit denen Rosanvallon bei aller Differenz die dezidiert herrschafts- und machtkritische Perspektive und eine historisch-empirische Forschungspraxis in theoretischer Absicht teilt. Pierre Rosanvallon kann als einer der jüngsten Vertreter einer Kohorte französischer Intellektueller angesehen werden, die seit den 60er Jahren sich daran gemacht haben, die etablierten politischen Großideologien des 19. und 20. Jahrhunderts ,neu‘ zu denken beziehungsweise einer fundamentalen His-torisierung in kritischer Absicht zu unterziehen. Mit Marxismus/Sozialismus (in seinen viel-fältigen Spielarten) und Liberalismus gerieten zugleich auch Grundpfeiler der politisch-ideologischen Nachkriegsordnung ins Visier einer Kritik, die politisch links stand, aber die etablierten Formen einer linken Politik vor und nach 1968 negierte oder aber selbst umzu-gestalten suchte. Während die praktischen Folgen dieses politischen Engagements eher bescheiden blieben, sind die intellektuellen Wirkungen dieser Generation sozialwissen-schaftlicher und sozialphilosophischer Denker kaum zu übersehen.
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Document Type: Research Article

Publication date: January 1, 2013

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  • Die «Neue Politische Literatur» berichtet über Forschungen zur deutschen, europäischen und auβereuropäischen Geschichte der Moderne (19.-20. Jahrhundert) sowie über Forschungen aus der theoriegeleiteten und historisch orientierten Politikwissenschaft. Besondere Aufmerksamkeit gilt Macht und Herrschaft, Formen der Ungleichheit sowie autoritären beziehungsweise diktatorischen Regimen. Die «Neue Politische Literatur» beschäftigt sich mit Fragen der Demokratie in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.

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