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Open Access Demokratie, Pädagogik und philosophische Praxis bei Antonio Gramsci – oder: ,,Die Regierten von den Regierenden intellektuell unabhängig machen“

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Der italienische Philosoph, Marxist und Politiker Antonio Gramsci (1891-1937) ist einer kritischen Öffentlichkeit vor allem durch seine in den Gefängnisheften ( Quaderni del Carcere ) verfassten hegemonietheoretischen Schriften bekannt Prominent ist sein komplexes Verständnis der politischen Transformationen des Kapitalismus, die Beschreibung der alltagspraktischen und kulturellen Vergesellschaftung herrschender Ideologien oder das Aufzeigen der historischen Integrationskraft der bürgerlichen Klasse. Dass der Politiker Gramsci, der in den zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts maßgeblich in die Kämpfe der Turiner Rätebewegung eingebunden und Vorsitzender der Kommunistischen Partei Italiens war, die Hegemoniefrage stets auch aus der politisch-praktischen Perspektive der Überwindung bestehender Hegemonieverhältnisse entwickelt hat, geht hingegen in vielen Lesarten verloren. Beide Gedankengänge finden sich jedoch in den Gefängnisheften immer wieder miteinander verschränkt, denn die historischkritische Analyse bürgerlicher Hegemonie stellt Gramsci zugleich eine Folie zur Verfügung, von der aus die Gestaltung einer eigenen sozialistischen Hegemonie herauszuarbeiten ist. Diese ,verschüttete‘ Linie der Gefängnishefte geht mit einer praxisphilosophischen, demokratietheoretischen wie politisch-pädagogischen Ausrichtung im Denken Gramscis einher, welche die Frage der Gegenhegemonie untrennbar an einen Prozess der kollektiven intellektuellen Selbstermächtigung der Subalternen bindet. Mein Beitrag skizziert diesen Zugang und nimmt dabei Gramscis Blick auf die widersprüchlichen Voraussetzungen gegenhegemonialer Politiken auf, die insbesondere in der Rolle und Funktion der organischen Intellektuellen der Subalternen zum Ausdruck kommt.
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Document Type: Research Article

Publication date: January 1, 2009

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  • Das Jahrbuch für Pädagogik macht es sich seit 1992 zur Aufgabe, Diskurs- und Realentwicklungen in Pädagogik und Bildungspolitik kritisch zu begleiten und aus bildungs- und gesellschaftstheoretisch interessierter Perspektive zu beleuchten. Als bildungstheoretische Leitidee gilt ein Konzept von Mündigkeit, welches historisch und theoretisch im internen Zusammenhang von Aufklärung, Demokratie und Bildung gründet. Pädagogik wird als ein spezifisches theoretisches und praktisches Handlungsfeld von Gesellschaft begriffen. Nach dem Verständnis des Jahrbuchs können daher Fragen von Bildung und Erziehung nicht allein aus der disziplinären Perspektive der Erziehungswissenschaft bearbeitet werden, sondern bedürfen interdisziplinärer gesellschafts- und humanwissenschaftlicher Zugänge. Der interdisziplinäre Horizont und die Verknüpfung von bildungs- und gesellschaftstheoretischen Sichtweisen schlagen sich sowohl in der Wahl der Jahresthemen wie der Autorinnen und Autoren nieder. Einen markanten Zug im Profil des Jahrbuchs bildet die zentrale Bedeutung des Jahresthemas, auf welches sich nahezu alle Beiträge beziehen, so dass jeder Band als jährliches Periodikum zugleich ein Aufsatzband zu einer thematischen Fragestellung ist.
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