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Open Access Zur Entwicklung der Deutschdidaktik nach dem Beitritt der DDR zur Bundesrepublik Deutschland ‐ Betrachtungen einer Außenseiterin

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Wer sich mit der Entwicklung der Deutschdidaktik seit dem Jahre 1990 beschäftigt, sollte es - so scheint mir - nicht versäumen, sich aus der Fülle in Frage kommender Veröffentlichungen besonders einen Titel genau vorzunehmen: Symposion Deutsch-Didaktik. Ontogenetische Aspekte von Sprache und Literatur im Schulalter (3. bis 7. Juni 1991 an der Pädagogischen Hochschule Erfurt/ Mühlhausen). Protokollband I, II; denn er gibt Aufschluss über eine wissenschaftliche Zusammenkunft, die - wenige Monate nach dem Beitritt der DDR zur BRD stattfindend - erstmals gemeinsam und gleichberechtigt von DeutschdidaktikerInnen aus östlichen Bundesländern und aus westlichen Bundesländern vorbereitet und durchgeführt worden ist, und er enthält auf mehr als 500 Seiten knapp 50 Beiträge unterschiedlicher AutorInnen: östlicher und westlicher Herkunft, jüngerer und älterer, bekannter und weniger bekannter. Alle Beiträge lese ich ebenfalls als die gleichberechtigter WissenschaftlerInnen, die Positionen, Methoden und Ergebnisse auf der Basis von Kriterien erörtern, die in der Deutschdidaktik als Wissenschaftsdisziplin Anwendung finden. In die Literaturangaben ostdeutscher Verfasserinnen werden teilweise stärker als zuvor Veröffentlichungen westlicher AutorInnen einbezogen - alles in allem, so könnte man meinen, widerspiegelt sich hier eine Insel der Seligen. Noch sind die bevorstehenden existenziellen Brüche ostdeutscher WissenschaftlerInnen kaum spürbar bzw. nicht in ihrer Schärfe hervorgetreten. Noch ist einer der Jüngeren, der später den Freitod wählen wird, wie andere dabei, künftige Forschungsaufgaben, vermutlich auch als eigene Anforderungen aufgefasst, zu skizzieren. Noch ahnt einer von ihnen nicht, dass er jahrelang gegen seine Kündigung prozessieren wird und dass er den für ihn positiven Ausgang des Prozesses allein einem glücklichen, beinahe kuriosen Zufall verdankt. Noch weiß eine der ostdeutschen VertreterInnen nicht, dass ihre Angst vor dem sozialen Abstieg sie dazu treiben wird zu erwägen, ggf. aus dem Leben zu scheiden usw. Lediglich Marina Kreisel, nach der Vernichtung der Akademie der Pädagogischen Wissenschaften der DDR bereits arbeitslos, berührt in ihrem Beitrag Fragen der Massenarbeitslosigkeit u.a. von WissenschaftlerInnen und - damit in Zusammenhang stehend - Unsicherheiten, Unwägbarkeiten hinsichtlich der Verwirklichung von Forschungsprojekten.
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Document Type: Research Article

Publication date: January 1, 2002

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  • Das Jahrbuch für Pädagogik macht es sich seit 1992 zur Aufgabe, Diskurs- und Realentwicklungen in Pädagogik und Bildungspolitik kritisch zu begleiten und aus bildungs- und gesellschaftstheoretisch interessierter Perspektive zu beleuchten. Als bildungstheoretische Leitidee gilt ein Konzept von Mündigkeit, welches historisch und theoretisch im internen Zusammenhang von Aufklärung, Demokratie und Bildung gründet. Pädagogik wird als ein spezifisches theoretisches und praktisches Handlungsfeld von Gesellschaft begriffen. Nach dem Verständnis des Jahrbuchs können daher Fragen von Bildung und Erziehung nicht allein aus der disziplinären Perspektive der Erziehungswissenschaft bearbeitet werden, sondern bedürfen interdisziplinärer gesellschafts- und humanwissenschaftlicher Zugänge. Der interdisziplinäre Horizont und die Verknüpfung von bildungs- und gesellschaftstheoretischen Sichtweisen schlagen sich sowohl in der Wahl der Jahresthemen wie der Autorinnen und Autoren nieder. Einen markanten Zug im Profil des Jahrbuchs bildet die zentrale Bedeutung des Jahresthemas, auf welches sich nahezu alle Beiträge beziehen, so dass jeder Band als jährliches Periodikum zugleich ein Aufsatzband zu einer thematischen Fragestellung ist.
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