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Open Access Vom Umgang mit Indoktrination. Kritische Vergewisserung einer bedenklichen Aufarbeitung

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Wenn in letzter Zeit von indoktrinierenden pädagogischen Konzeptionen die Rede war, dann zumeist im Zusammenhang mit dem problematischen Erziehungs- und Bildungskonzept der DDR. In den vergangenen 10 Jahren haben sich eine Fülle von Forschungsvorhaben diesem Phänomen zugewandt. Einig scheinen vor allem die Analysen zur politischen Bildung darin, dass diese keineswegs frei von Versuchen gewesen war, Heranwachsende zu indoktrinieren. Dies geschieht nicht zuletzt unter dem Vorwand der ,,wissenschaftlich“ begründeten Weltsicht und Politik und einer sich daran anschließenden Menschenbildung. Dabei - so könnte ein knappes ernüchterndes Resümee bisheriger Aufarbeitung festhalten - ist den Bildungsingenieuren im Dienste des gesellschaftlichen Fortschritts jedoch nicht, wie vielfach erhofft, die Einsicht und Vermittlung in die vermeintlichen Gesetze der Gesellschaft und Geschichte geglückt. Vielmehr haben sie in mancherlei bedenklichen Fällen bisweilen mit an einer wissenschaftlich drapierten Eschatologie und Heilsgeschichte gearbeitet, in der Erziehung und Bildung die Heranwachsenden bestenfalls befähigen sollte, zwischen den angeblichen ,,wissenschaftlich“ erkannten Notwendigkeiten zu manövrieren und die eigenen Zwecke daran anzupassen.
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Document Type: Research Article

Publication date: January 1, 2002

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  • Das Jahrbuch für Pädagogik macht es sich seit 1992 zur Aufgabe, Diskurs- und Realentwicklungen in Pädagogik und Bildungspolitik kritisch zu begleiten und aus bildungs- und gesellschaftstheoretisch interessierter Perspektive zu beleuchten. Als bildungstheoretische Leitidee gilt ein Konzept von Mündigkeit, welches historisch und theoretisch im internen Zusammenhang von Aufklärung, Demokratie und Bildung gründet. Pädagogik wird als ein spezifisches theoretisches und praktisches Handlungsfeld von Gesellschaft begriffen. Nach dem Verständnis des Jahrbuchs können daher Fragen von Bildung und Erziehung nicht allein aus der disziplinären Perspektive der Erziehungswissenschaft bearbeitet werden, sondern bedürfen interdisziplinärer gesellschafts- und humanwissenschaftlicher Zugänge. Der interdisziplinäre Horizont und die Verknüpfung von bildungs- und gesellschaftstheoretischen Sichtweisen schlagen sich sowohl in der Wahl der Jahresthemen wie der Autorinnen und Autoren nieder. Einen markanten Zug im Profil des Jahrbuchs bildet die zentrale Bedeutung des Jahresthemas, auf welches sich nahezu alle Beiträge beziehen, so dass jeder Band als jährliches Periodikum zugleich ein Aufsatzband zu einer thematischen Fragestellung ist.
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