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Open Access ,,Bildung“ – ein Strategiekern neoliberaler Rhetorik?

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Bildung, so scheint es dem aufmerksamen Medienkonsumenten, ist die Antwort auf alle Fragen. Bildung schützt vor den Wechselfällen des Arbeitsmarktes und der Finanzkrise, sie hält den Standort Deutschland konkurrenzfähig im globalen Wettbewerb (wir haben ja nur unsere Ideen!). Als Substitut für soziale Gerechtigkeit steht sie hoch im Kurs: Armut heißt jetzt bildungsferne Schichten, was jedenfalls suggeriert, dass der Verarmung leicht entgeht, wer nur die nötigen Bildungsanstrengungen unternimmt. Wer bei Bildung an den leicht muffigen Geruch der deutschen Kunst- und Kulturreligion, an zweckfreie Persönlichkeitsbildung durch Goethe, Kant und Hegel denkt, der reibt sich neuerdings verblüfft die Augen: Die OECD (entgegen dem Anschein ein globaler Liberalisierungs- und Privatisierungsagent reinsten Wassers und weltfremder Neigungen ganz unverdächtig) fordert von Deutschland, die Studierendenquote zu erhöhen und die sozialen Ungerechtigkeiten im Bildungssystem zu beseitigen. Die Kanzlerin organisiert Bildungsgipfel und spricht programmatisch von der Bildungsrepublik Deutschland und die Arbeitsministerin verordnet den (notorisch flachbildschirmverdächtigen) Hartz-IV-Kindern ein Bildungspaket, das dann (wen wundert´s?) von deren Eltern nur unzureichend abgerufen wird. Kein Wunder, wenn die Kinder auch ,,hartzen“!
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Document Type: Research Article

Publication date: 01 January 2013

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  • Das Jahrbuch für Pädagogik macht es sich seit 1992 zur Aufgabe, Diskurs- und Realentwicklungen in Pädagogik und Bildungspolitik kritisch zu begleiten und aus bildungs- und gesellschaftstheoretisch interessierter Perspektive zu beleuchten. Als bildungstheoretische Leitidee gilt ein Konzept von Mündigkeit, welches historisch und theoretisch im internen Zusammenhang von Aufklärung, Demokratie und Bildung gründet. Pädagogik wird als ein spezifisches theoretisches und praktisches Handlungsfeld von Gesellschaft begriffen. Nach dem Verständnis des Jahrbuchs können daher Fragen von Bildung und Erziehung nicht allein aus der disziplinären Perspektive der Erziehungswissenschaft bearbeitet werden, sondern bedürfen interdisziplinärer gesellschafts- und humanwissenschaftlicher Zugänge. Der interdisziplinäre Horizont und die Verknüpfung von bildungs- und gesellschaftstheoretischen Sichtweisen schlagen sich sowohl in der Wahl der Jahresthemen wie der Autorinnen und Autoren nieder. Einen markanten Zug im Profil des Jahrbuchs bildet die zentrale Bedeutung des Jahresthemas, auf welches sich nahezu alle Beiträge beziehen, so dass jeder Band als jährliches Periodikum zugleich ein Aufsatzband zu einer thematischen Fragestellung ist.
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