“Weltlust” und Wissensdrang, “Augenlust” und “Abgebrochenes Wissen”: Zum Verhältnis von Neugier und Wissen im 19. Jahrhundert
Author: Conter, Claude D.1
Source: Oxford German Studies, Volume 38, Number 2, 2009 , pp. 143-158(16)
Publisher: Maney Publishing
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Abstract:
Wenn die Einstellung zur Neugier nach Hans Blumenberg ein Indikator für die Bestimmung des Weltbildes ist, dann ist das unterschiedliche Weltanschauungen und Ideologien produzierende 19. Jahrhundert ein ausgezeichneter Ort, Konzeptionen der Neugier zu beschreiben. Die Neugier als Phänomen und Semantik wird in der Tat prominent in jenen Diskursen verhandelt, die für das Verständnis des 19. Jahrhunderts von tragender Bedeutung sind: die Pädagogik, die Sexualität und die Wissenschaft. Es ist dabei im nachfolgenden Beitrag keineswegs beabsichtigt, solche Verhandlungen diskurshistorisch zu rekonstruieren oder eine Systematisierung von Neugierkonzeptionen vorzulegen. Vielmehr werden lediglich drei spezifische Beobachtungen formuliert, genauer: Es wird der Versuch unternommen, drei spezifische Konzeptionalisierungen von Neugier im 19. Jahrhundert zu be schreiben: 1. die Pädagogisierung der Neugier, 2. die Sexualisierung der Neugier und 3. die Epistemo logisierung der Neugier, bzw. die Frage nach dem Stellenwert der Neugier als Erkenntnistrieb und Unterhaltungsmotivation im Wissenschaftsverständnis des 19. Jahrhunderts. Dass es Wechsel beziehungen bezüglich der Argumentationsweise und der Bewertungen zwischen diesen drei Prozessen gibt, ist ebenso naheliegend wie die Tatsache, dass es sich um drei differente Prozesse handelt, die nicht unter einer metanarrativen Neugierkonzeption zu subsumieren sind.Document Type: Research article
DOI: 10.1179/007871909x467930
Affiliations: 1: Centre national de littérature / Lëtzebuerger Literaturarchiv, Luxemburg
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