Piercing and tattoos in patients with congenital heart disease – is it a problem?
Authors: Dähnert, Ingo1; Schneider, Peter2; Handrick, Werner3
Source: Zeitschrift für Kardiologie, Volume 93, Number 8, August 2004 , pp. 618-623(6)
Publisher: Springer
Abstract:
Piercing und Tätowierungen erfreuen sich zunehmender Beliebtheit vor allen bei jüngeren Bevölkerungsgruppen unserer Gesellschaft. Das Herstellen und Tragen dieses Körperschmuckes ist mit einem nur wenig untersuchten Gesundheitsrisiko verbunden. Patienten mit angeborenen Herzfehlern haben ein erhöhtes Endokarditisrisiko.Eine Literatur–Recherche ergab zehn veröffentlichte Fallberichte von bakterieller Endokarditis nach Piercing oder Tätowierung. Die Assoziation zwischen beiden Ereignissen wurde von den Autoren als weitgehend sicher eingeschätzt. Bei den Betroffenen handelte es sich um fünf männliche und fünf weibliche Patienten im Alter von 13 bis 30 Jahren. Vier von ihnen hatten eine bekannte kardiale Endokarditis–Disposition: native bikuspide Aortenklappe, Zustand nach Operation einer Aortenisthmusstenose, einer Aortenklappenstenose bzw. einer Transposition der großen Arterien. In neun Fällen ging der Endokarditis ein Piercing voraus (viermal Mund, zweimal Ohr, je einmal Nase, Brust, Nabel), einmal eine Tätowierung. Als Endokarditiserreger wurden nachgewiesen: viermal S. aureus, zweimal S. epidermidis, je einmal Str. viridans, Neisseria mucosa, Haemophilus aphrophilus und Haemophilus parainfluenzae. Die Behandlung erfolgte mit Antibiotika. Bei sechs Patienten wurden zusätzlich herzchirurgische Eingriffe durchgeführt, wobei in fünf Fällen ein Klappenersatz vorgenommen wurde.Angeborene Herzfehler bestehen bei weniger als 1% der Bevölkerung, im Vergleich damit sind diese Patienten in den Kasuistiken deutlich überrepräsentiert. Obwohl keine epidemiologischen Aussagen getroffen werden können, ergibt sich die Konsequenz, Patienten mit angeborenen Herzfehlern bzw. deren Eltern zu raten, auf Piercing und Tätowierungen in Anbetracht des damit verbundenen Endokarditis–Risikos unbedingt zu verzichten.Keywords: Piercing; Tätowierung; Bakterielle Endokarditis; Angeborene Herzfehler; Piercing; tattoo; infective endocarditis; congenital heart disease
Document Type: Research article
DOI: http://dx.doi.org/10.1007/s00392-004-0108-y
Affiliations: 1: Klinik für Kinderkardiologie, Herzzentrum Universität Leipzig, Strümpellstr. 39, 04289, Leipzig, Germany, Email: ingodaehnert@yahoo.de 2: Klinik für Kinderkardiologie, Herzzentrum Universität Leipzig, Strümpellstr. 39, 04289, Leipzig, Germany, 3: Ärztliches Labor Dr. Berthold & Kollegen, Am Kleistpark 1, 15230, Frankfurt/Oder, Germany, Email: w.handrick@institut-oderland.de
Publication date: 2004-08-01
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- In this Subject: Cardiovascular Medicine
- By this author: Dähnert, Ingo ; Schneider, Peter ; Handrick, Werner

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