Urethralklappen: Schicksal der Blase und des oberen Harntrakts

Authors: Carr, M.; Snyder, H.

Source: Der Urologe A, Volume 43, Number 4, April 2004 , pp. 408-413(6)

Publisher: Springer

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Abstract:

Hintere Harnröhrenklappen führen aufgrund der Obstruktion zu charakteristischen Veränderungen der Blase und des oberen Harntrakts. Die Blase entwickelt eine muskuläre Hyperthrophie, Dilatation der prostatischen Urethra (,,Schlüssellochphänomen“) und eine progressive Hydroureteronephrose. Zeitpunkt und Schwere der Obstruktion bestimmen, welche Veränderungen reversibel sind (Muskelwandhypertrophie, Hydronephrose) und welche nicht (renale Dysplasie).

Das Miktionszystourethrogramm bestätigt die Diagnose. Ein vesikoureteraler Reflux und begleitende Blasenveränderungen werden dokumentiert. Der Verlauf der Retentionsparameter gibt einen Hinweis auf die renale Erholungsfähigkeit. Die primäre Klappenablation im Neugeborenenalter mit anschließend abwartender Haltung stellt unserer Meinung nach die effektivste Behandlung dar.

Die Entwicklung der Blasenfunktion erfolgt anhand sonographischer Kontrollen und eines Miktionszystourethrogramms. Die Urodynamik gibt eine objektive Information über die Blasenfunktion, ihre Indikation ist im Kleinkindesalter jedoch sehr sorgfältig zu stellen. Die Klappenablation im Neugeborenenalter kann auch bei signifikantem Reflux und stark trabekulierter Blase zu einer kompletten Restitution innerhalb des 1. Lebensjahres führen. Die Persistenz der Hydronephrose, Blasenwandverdickung, Trabekulierung und persistierenden Erhöhung des Serumkreatinins können Hinweise auf eine noch weiter bestehende graduelle Blasenauslassobstruktion sein, sodass eine persistierende anatomische Obstruktion ausgeschlossen werden muss.

Zu welchem Zeitpunkt die funktionelle Obstruktion auftritt und welche therapeutische Maßnahmen man ergreift, werden weiter kontrovers diskutiert und bedürfen der Vigilanz des Kinderurologen, um den Einzelfall entsprechend einzuordnen. Blasenfunktionsstörung wie Hyperreflexie, hypertone, kleinkapazitäre Blase, Schließmuskelinkompetenz und/oder myogenes Versagen werden entsprechend therapiert.

Keywords: Harnröhrenklappen; Reflux; Hydroureteronephrose; Urethral valves; Reflux; Hydroureteronephrosis

Document Type: Research article

DOI: http://dx.doi.org/10.1007/s00120-004-0555-0

Affiliations: 1: The Children's Hospital of Philadelphia,

Publication date: 2004-04-01

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