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Dagli Ossi di seppia a Le città invisibili: come Calvino riusa Montale

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Abstract:

Calvino hat bei mehreren Gelegenheiten (in Interviews, Aufsätzen und Vorträgen) seine Bewunderung für die Dichtung Montales ausgedrückt, insbesondere für die erste Gedichtsammlung Ossi di seppia. Jedoch ist bisher von der Forschung nicht erkannt worden, daß in seinem Roman Le città invisibili zahlreiche aus Montales Gedichten übernommene Bilder und emen, ja sogar wortgenaue Anspielungen zu finden sind. In einer bekannten Interpretation des Gedichts »Forse un mattino andando« ersetzt Calvino freilich die im Text beschriebene Natur-Landschaft durch eine Stadt-Landschaft, die als ‘mentaler’ Raum, als privilegierter Ort einer epistemologischen Reflexion über die Welt wahrgenommen wird. Darüber hinaus begegnet man in einer der Unsichtbaren Städte dem bei Montale zentralen Thema des Wunders, des außergewöhnlichen Ereignisses, das unerwartet und zufällig das Erkenntnishindernis der Wirklichkeit für eine kurze Zeitspanne aufhebt. Indem Calvino auf Montales Bilder und gegenständliche Korrelate rekurriert (die »muraglia«, der in der städtischen Menschenmenge versunkene Passant, der in einer undurchdringlichen Landschaft sich öffnende Spalt), verweist er auf eine tiefe Verwandtschaft seiner Poetik mit der des Dichters. Um seinen neuen Diskurs über die Utopie zu entwickeln, greift Calvino auf große emen der Ossi di seppia zurück: die Opposition zwischen Notwendigkeit und Kontingenz (diese als ‘Freiheit’ intendiert, im Sinne Boutroux'), die Erkenntnis als fragmentarischen und diskontinuierlichen Prozeß, die Opposition zwischen sichtbarer Materie und unsichtbarer Essenz, die existenzielle Dimension des Ichs als Ausgangspunkt der Analyse gesellschaftlicher Fragestellungen.

Document Type: Research Article

Publication date: July 1, 2006

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  • Romanische Forschungen is one of the oldest German academic journals dedicated to the study of the Romance languages, their literatures, and cultures from all periods. Its editors and editorial board emphasize the interrelatedness of linguistics and literary studies and encourage the submission of articles and reviews with a focus on the Romance world as a whole. Romanische Forschungen publishes in all the major Romance languages, German and English.

    Die Romanischen Forschungen sind eine der ältesten deutschen Fachzeitschriften. Ihr Gegenstand sind die romanischen Sprachen, Literaturen und Kulturen von den Anfängen bis zur Gegenwart. Herausgeber und Beirat pflegen die Verbindung von Sprach- und Literaturwissenschaft und bevorzugen Beiträge und Rezensionen mit einer gesamtromanischen Fragestellung. Die Publikationssprachen sind außer allen romanischen Sprachen das Deutsche und Englische.
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